Situation

Im aktiven Bergbau wird Grundwasser, das den Bergwerken zufließt, als Grubenwasser abgepumpt oder abgeleitet. Dabei werden an den Bergwerksstandorten im Ruhrgebiet und im Saarland jährlich etwa 92 Millionen Kubikmeter Grubenwasser gehoben. Dies führt dazu, dass das tiefe Grundwasser des Steinkohlengebirges in den betroffenen Gebieten gegenüber dem ursprünglichen Niveau bzw. Zustand um bis zu mehrere Hundert Meter abgesenkt ist. Damit werden der Region gegenwärtig große Mengen Wasser entzogen.

Das Wasser wird über Pumpenstationen, die über ein Rohrleitungsnetz miteinander verbunden sind, zur Hauptwasserhaltung gepumpt. Von dort gelangt es nach über Tage und wird anschließend über Flüsse und Bäche abgeleitet. Sobald kein aktiver Bergbau mehr betrieben wird, muss der Bergmann das Grubengebäude nicht mehr frei von Grubenwasser halten. Folglich lassen sich die Anzahl der Wasserhaltungsstandorte und Einleitungsstellen sowie die Entnahmemenge reduzieren.

Mögliche Gefahren beim Grubenwasseranstieg

Auch nach dem Ende des aktiven Steinkohlenbergbaus wird das sich weiter ansammelnde Grubenwasser zunächst stetig abgepumpt. Bei der Einstellung der Wasserhaltung kommt es zum natürlichen Anstieg des Grubenwassers. Wegen dessen natürlicher Mineralisation könnten die oberflächennahen Grundwasservorkommen, die zur Trinkwassergewinnung geeignet sind, gefährdet werden.

Hinzu kommt, dass neben der natürlichen Mineralisation auch organische Stoffe im Grubenwasser enthalten sein können. Dazu gehört PCB (Polychlorierte Biphenyle), mit dem bis zu seinem Verbot Ende der 1980er-Jahre Hydrauliköle angereichert wurden, um den Brandschutz in Bergbaumaschinen zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden untertägig vor Jahren mit behördlichen Genehmigungen Reststoffe verbracht. Es ist folglich davon auszugehen, dass an einigen Stellen ein Kontakt der Reststoffe mit dem Grubenwasser stattfindet.

Grubenwasserhaltung bleibt langfristige Aufgabe

Aus diesem Grund wird das in Gewässer einzuleitende Grubenwasser seit langem regelmäßig chemisch und physikalisch untersucht. Dazu entnehmen die RAG sowie unabhängige Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen Proben und führen Feld- und Laboranalysen durch. Auch nach dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus bleibt die Grubenwasserhaltung eine umfangreiche und langfristige Aufgabe. Richtschnur für alle Grubenwasserkonzepte ist daher, Risiken für Mensch, Natur und Umwelt unter Berücksichtigung aller ökonomischen und ökologischen Faktoren auszuschließen.

Mit dem Grubenwasseranstieg können weitere Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt verbunden sein. Hierzu gehören unter anderem Bodenbewegungen, Naturgasaustritte und gewässerökologische Aspekte.

Mitglieder

Felix, qui potuit rerum cognoscere causas. (Auf Deutsch: Glücklich ist, wer die Ursachen der Dinge erkennen konnte.)

Virgil
Dir. u. Prof. a.D. Dr. rer. nat. Dipl.-Geol. Wilhelm Struckmeier, Vorsitzender des Kuratoriums

Dir. u. Prof. a.D. Dr. rer. nat. Dipl.-Geol. Wilhelm Struckmeier, Vorsitzender des Kuratoriums

Es ist die Neugier, die mich antreibt, nichts als die schiere Neugier.

Thomas Reiter
Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Geol. Christian Melchers, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums

Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Geol. Christian Melchers, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums

Den Fortschritt verdanken wir Menschen, die entweder gefragt haben: ‚Warum?‘ oder ‚Warum nicht?‘

Robert Lembke
Prof. Dr. rer. nat. habil. Dipl.-Geol. Maria-Theresia Schafmeister

Prof. Dr. rer. nat. habil. Dipl.-Geol. Maria-Theresia Schafmeister

Veränderungen begünstigen nur den, der darauf vorbereitet ist

Louis Pasteur
Prof. PD Mag. Dr. nat. techn. Sylke Hilberg

Prof. PD Mag. Dr. nat. techn. Sylke Hilberg

Ich betrachte Grubenwasser als künftige Energie- und Rohstoffquelle und nicht als Abfallstrom.

Prof. Dr. rer. nat. habil. Dipl.-Geol. Christian Wolkersdorfer

Prof. Dr. rer. nat. habil. Dipl.-Geol. Christian Wolkersdorfer

Was das Blut für den Menschen, ist das Wasser für die Erde.

Hermann Lahm
Prof. Dr. rer. nat. habil. Georg H.E. Wieber

Prof. Dr. rer. nat. habil. Georg H.E. Wieber

Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist.

Christian Morgenstern
Rainer Lüdtke, Leiter Wissenschaftsstiftungen Deutsches Stiftungszentrum

Rainer Lüdtke, Leiter Wissenschaftsstiftungen Deutsches Stiftungszentrum

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